Wie Unternehmen mit Kununu & Co. umgehen können
Bevor sich Fachkräfte bei einem Unternehmen bewerben, recherchieren sie online – und stoßen dabei unweigerlich auf Arbeitgeberbewertungsplattformen wie Kununu, Glassdoor oder Indeed. Diese öffentlichen Bewertungen haben längst einen massiven Einfluss auf die Arbeitgeberattraktivität und Recruiting-Erfolge. Studien zeigen, dass über 70 Prozent der Bewerbenden Bewertungen vor ihrer Entscheidung konsultieren. Unternehmen, die diese Plattformen ignorieren oder unprofessionell damit umgehen, riskieren Imageschäden und verlieren potenzielle Talente. FachkraftExpress zeigt, wie ein professioneller Umgang mit Online-Bewertungen aussieht und wie Unternehmen die Chancen nutzen können.
Chancen von Arbeitgeberbewertungen
Bewertungsplattformen sind nicht nur Risiko, sondern bieten auch erhebliche Potenziale:
- Authentizität und Glaubwürdigkeit: Positive Bewertungen von echten Mitarbeitenden wirken überzeugender als jede Hochglanz-Karriereseite. Sie schaffen Vertrauen und liefern realistische Einblicke in die Unternehmenskultur.
- Kostenloses Feedback-Instrument: Bewertungen zeigen ungefiltert, was Mitarbeitende wirklich denken – zu Führung, Gehalt, Work-Life-Balance oder Entwicklungsmöglichkeiten. Diese Informationen sind wertvoll für die Organisationsentwicklung.
- Sichtbarkeit und Reichweite: Unternehmen mit vielen Bewertungen werden häufiger gefunden und wahrgenommen. Eine aktive Präsenz auf diesen Plattformen erhöht die Reichweite im Recruiting erheblich.
- Wettbewerbsvorteil: Unternehmen mit überdurchschnittlichen Bewertungen heben sich deutlich ab und ziehen qualifiziertere Bewerbungen an, während Konkurrenten mit schlechteren Scores im Nachteil sind.
Risiken und Herausforderungen
Gleichzeitig bergen öffentliche Bewertungen Fallstricke, die Unternehmen kennen sollten:
- Negativer Bias: Unzufriedene Mitarbeitende bewerten häufiger als zufriedene, was zu einem verzerrten Bild führen kann. Einzelne negative Bewertungen fallen besonders stark ins Gewicht.
- Emotionale Bewertungen: Besonders kurz nach einer Kündigung oder einem Konflikt entstehen emotional aufgeladene, oft einseitige Bewertungen, die nicht immer die Realität widerspiegeln.
- Manipulation und Fake-Bewertungen: Sowohl geschönte Eigenbewertungen als auch gezielte Negativ-Kampagnen durch Konkurrenz oder Ex-Mitarbeitende können vorkommen.
- Rechtliche Grauzonen: Der Umgang mit Bewertungen ist rechtlich komplex – nicht alles darf gelöscht werden, und auch Arbeitgeber-Antworten müssen Persönlichkeitsrechte wahren.
Proaktiv Bewertungen generieren
Warten ist keine Strategie. Erfolgreiche Unternehmen bitten aktiv um Bewertungen:
- Zufriedene Mitarbeitende motivieren: Über interne Kommunikation, Newsletter oder im Rahmen von Mitarbeitergesprächen können zufriedene Beschäftigte freundlich ermutigt werden, ihre Erfahrungen zu teilen.
- Timing beachten: Besonders nach positiven Ereignissen wie erfolgreichen Projekten, Weiterbildungen oder Team-Events ist die Bereitschaft für Bewertungen hoch.
- Einfachen Zugang schaffen: Links zur Bewertungsplattform im Intranet oder in Abschiedsmails an ausscheidende Mitarbeitende erleichtern den Prozess.
- Authentizität wahren: Niemals sollten Bewertungen gekauft, vorgegeben oder unter Druck erzeugt werden – das schadet langfristig der Glaubwürdigkeit.
Professionell auf Bewertungen reagieren
Die Reaktion auf Bewertungen ist mindestens so wichtig wie die Bewertungen selbst:
- Auf alle Bewertungen antworten: Sowohl auf positive als auch auf kritische Bewertungen sollte zeitnah reagiert werden. Das zeigt Wertschätzung und Kommunikationsbereitschaft.
- Sachlich und respektvoll bleiben: Auch bei unfairen oder emotional aufgeladenen Bewertungen gilt: ruhig, professionell und lösungsorientiert antworten, niemals persönlich oder defensiv werden.
- Kritik ernst nehmen: Wenn Kritikpunkte berechtigt sind, sollten Unternehmen das anerkennen und konkrete Verbesserungsmaßnahmen kommunizieren.
- Positive Bewertungen wertschätzen: Ein einfaches Dankeschön für positive Bewertungen signalisiert Aufmerksamkeit und stärkt die Bindung.
- Öffentlich, aber diskret: Antworten sollten öffentlich erfolgen, aber keine internen Details oder personenbezogene Informationen preisgeben, die Rückschlüsse auf Einzelpersonen zulassen.
Bewertungen als Entwicklungsinstrument nutzen
Online-Feedback ist eine Goldgrube für Verbesserungen:
- Systematische Auswertung: Regelmäßige Analyse der Bewertungen identifiziert Muster und wiederkehrende Themen – von Führungsqualität über Gehaltszufriedenheit bis zu Arbeitsbedingungen.
- Mit interner Befragung abgleichen: Der Vergleich von Online-Bewertungen mit internen Mitarbeiterbefragungen liefert ein vollständiges Bild und zeigt Handlungsfelder auf.
- Konkrete Maßnahmen ableiten: Bewertungen sollten nicht nur gelesen, sondern in konkrete Verbesserungen überführt werden – und diese Veränderungen sollten kommuniziert werden.
- Transparenz schaffen: Wenn aufgrund von Feedback Maßnahmen ergriffen werden, sollte dies intern und auch in Antworten auf der Plattform sichtbar gemacht werden.
Die eigene Präsenz optimieren
Unternehmen können ihre Profile auf Bewertungsplattformen aktiv gestalten:
- Unternehmensprofil pflegen: Vollständige, aktuelle Informationen, ansprechende Bilder und klare Darstellung der Benefits und Kultur machen das Profil attraktiver.
- Arbeitgebermarke konsistent darstellen: Die Botschaften sollten mit der Karriereseite und anderen Recruiting-Kanälen übereinstimmen.
- Kennzahlen im Blick behalten: Bewertungsdurchschnitt, Weiterempfehlungsrate und Entwicklung über die Zeit sollten regelmäßig analysiert werden.
- Premium-Features nutzen: Viele Plattformen bieten kostenpflichtige Zusatzfunktionen wie erweiterte Profile, Einblicke in Bewertungsstatistiken oder hervorgehobene Stellenanzeigen.
Rechtliche Aspekte beachten
Der Umgang mit Bewertungen bewegt sich in einem rechtlichen Rahmen:
- Löschung nur in Ausnahmefällen: Bewertungen können nur bei Beleidigungen, unwahren Tatsachenbehauptungen oder Verstößen gegen Datenschutz gelöscht werden – Meinungsäußerungen sind geschützt.
- Anwaltliche Prüfung bei Bedarf: Bei schwerwiegenden Fällen sollte rechtlicher Rat eingeholt werden, bevor vorschnell reagiert wird.
- Mitarbeitende nicht unter Druck setzen: Es ist nicht erlaubt, Mitarbeitende zur Abgabe positiver Bewertungen zu zwingen oder negative Bewertungen zu sanktionieren.
- Datenschutz in Antworten: Arbeitgeber-Antworten dürfen keine personenbezogenen Daten oder Details preisgeben, die Rückschlüsse auf den Bewertenden ermöglichen.
FachkraftExpress unterstützt beim professionellen Bewertungsmanagement
Der Umgang mit Online-Bewertungen erfordert Fingerspitzengefühl, Kontinuität und Strategie. FachkraftExpress begleitet Unternehmen dabei:
- Von der Analyse Ihrer aktuellen Bewertungssituation über die Entwicklung einer Reaktionsstrategie bis zur kontinuierlichen Optimierung Ihrer Online-Reputation.
- Wir helfen Ihnen, Bewertungsplattformen als Chance zu begreifen und systematisch für Ihr Employer Branding zu nutzen – authentisch, professionell und nachhaltig.
Online-Bewertungen sind gekommen, um zu bleiben. Unternehmen, die sie als Teil ihrer Arbeitgebermarke verstehen und professionell damit umgehen, verschaffen sich einen echten Wettbewerbsvorteil im Kampf um die besten Talente.